Die Homepage
Die klassische Homepage
Eine Homepage ist gewöhnlich eine Site, die das ganze Spektrum Ihrer Aktivitäten abbildet. Oft eine Nabelschau-Site wie autohaus-meier.de (Niemand sucht nach autohaus oder nach meier.). Natürlich hat der Mensch eine Menge Mechanismen entwickelt, die die Informations-Vielfalt bändigen sollen.
Drop-Down-Menues, Vertikal-Menues, Spalten für News. Vielleicht auch noch eine Spalte für Werbung (Adsense, o.ä.). Ein Login-Bereich, je nachdem, was Sie Ihrem Programmierer für ein Budget zugestanden haben, oder wie viel Arbeit Sie selbst investiert haben. Sie werden von der Schrift- und Farbgestaltung auf ein ausgewogenes Bild achten. Nur was soll Ihren Erst-Besucher jetzt ansprechen oder anziehen?
Die Werbung … die News … der Content (den er sich erst über die Menues zusammensuchen muss) … nein, es wird etwas viel Schlimmeres passieren:
Er geht zurück in die Suchmaschine!
Die Seite ist ein wohlgestaltetes Durcheinander von Themen und das quittiert der Besucher ganz einfach:
Ein verwirrter Interessent wird nicht kaufen!
… und dafür haben Sie die teure Homepage doch nicht gemacht, oder?
Merke: Eine Homepage ist Image-Werbung und das Internet ist dafür gar nicht geeignet.
Klar, Sie brauchen auch eine Homepage. Nur, die brauchen Sie erst in zweiter und dritter Instanz, erst wenn Sie bereits Geschäft auf dem Internet gemacht haben. Wenn Sie schon daran gehen, Ihre Aktivitäten für die Stammkunden zusammen zu fassen, sie übersichtlich auf einen Blick präsentieren wollen – dann ist das der Konzern-Gedanke!
Die Landing-Page
Welche Headline spricht Sie von den folgenden Beispielen mehr an?
Willkommen beim Autohaus Meier! Hier erfahren Sie alles über uns und unsere Angebote …
… sagen Sie nicht, das spricht Sie an … wie wäre es damit …
5 gute Gründe, warum ihr neues Auto ein VW von Autohaus Meier ist!
… kommt doch schon anders, oder?
Sagen Sie dem Besucher, was ihn auf Ihrer Seite erwartet, Sie haben dafür genau 3 Sekunden Zeit. Wenn es Ihnen in diesen 3 Sekunden nicht gelingt, dann gelingt es gar nicht! … und der Besucher ist weg …
Sie brauchen also eine Landing-Page, auf der Sie sich nach allen Regeln des Marketing austoben können. Auf dieser Seite ist die Selbstdarstellung zweitrangig. Sie muss schnell laden (HTML) und auf Gimmicks wie Flash verzichten.
Auf dieser Site wird die Conversion-Rate (CR) gezählt und das ist das Maß aller Dinge in Ihrem Marketing. Bieten Sie hier ein Opt-In-Geschenk (eBook, Check-List, Newsletter, …), so bekommen Sie die eMail des Interessenten und können ihn weiter „behandeln“. Ein Interessent braucht schon mal um die 7 Kontakte, bis er realisiert, dass es Ihnen ernst ist. Siehe auch Kapitel 6 eMail – Follow-Up und
http://www.marxbauer.com/#eMail
Zeigen Sie auf der Landing-Page, was für den Kunden nützlich ist, nicht was Sie können. Das interessiert ihn nicht … der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!
Glauben Sie nicht, dass der Interessent einmal wiederkommen wird … das Internet ist auf Direct-Response ausgerichtet, Ihr Interessent reagiert sofort oder nie!
Verkäufe über das Internet
Sicher wollen Sie über das Internet etwas verkaufen. Weshalb sollten Sie sonst den Aufwand betreiben, eine Domain (oder mehrere), den Webspace, die Gestaltung, … das alles kostet Arbeit und/oder Geld. Sie wollen doch Ihre Waren (Shop) oder Dienstleistungen verkaufen. Ach, Sie sind Finanzdienstleister – wenn Sie auch anders denken, für Sie gilt das Gesagte auch!
Über 90% der Webseiten wollen etwas verkaufen, aber …
Weniger als 2% der Webseiten sind so gemacht, dass sie verkaufen!
Das geht ganz einfach, haben Sie bei Google gelesen. Eine Adwords Kampagne geschaltet und dann kommen die Besucher ganz von selbst … stimmt, die kommen … auf Ihre Kosten!
Schon mal nachgerechnet? Bei einer CR (Conversion-Rate) von 0,1% (und das ist nicht unnormal), zahlen Sie für tausend Besucher, um ein Geschäft zu machen € 200.-. Sagen wir, Sie waren vorsichtig und haben nur 0,20 € je Click vereinbart. Bei einer CR von 0,1% benötigen Sie aber 1000 Besucher für einen Abschluss – macht € 200.-. Haben Sie an jedem Verkauf eine Marge von € 400.- – nur dann können Sie sich diesen Luxus leisten, sonst müssen Sie andere Wege gehen.
Noch ein Joke für die Finanzdienstleister. Zum Zeitpunkt der Recherche kostete bei Google eine Anzeige für Krankenversicherung, wenn sie denn vorne stehen sollte 8.- €. Bei einer unrealistisch hohen Conversion-Rate von 0,5% heißt das, dass Sie für einen Vertrag (Conversion) schon € 1600.- für Werbung ausgegeben haben, mit MwSt macht das dann € 1904.-. Auch nicht der Brüller, oder?
Informationsmedium
Der iMarketer ist lange Jahre Techniker. Er weiß natürlich dass das Internet auch ein Transportmedium ist. Für den Techniker, nicht für den Besucher (das ist der mit dem Browser).
Das Internet ist ein Informationsmedium, sonst gar nichts.
Der Besucher erwartet Information, nicht die Möglichkeit, Geld los zu werden. Er geht nicht auf das Internet, um eine Einkaufsmöglichkeit zu finden – nein! Er sucht Information zu seinem Thema. Wenn die gefundene Information dann auch noch passt, dann greift er womöglich zur Geldbörse und kramt seine Kreditkarte hervor.
Ihre Landing-Page ist vorläufig eine Sammel-Page, um eMail-Adressen zu einem Thema (das Interessengebiet des Kunden) zu sammeln.
Die Möglichkeiten haben wir weiter oben schon angesprochen, sie sind vielfältig, weitere Ideen sind:
Online-Seminar, eMail-Kurs, ein Bildband, Zugang zum Online-Archiv, etc.
(denken Sie sich selbst einen Kunden-Nutzen aus, vielleicht sind Sie der Erste!)
Die Ergebnisse nach intensiver eMail-„Behandlung“ sehen dagegen schon viel besser aus … nach dem 10. Mail können Sie eine Conversion-Rate von bis zu 20% erreichen.
http://www.marxbauer.com/#eMail
Sie müssen Ihren Interessenten bis zu 12 mal ansprechen, damit Sie das maximale Potential Ihrer Landing-Page genutzt haben. Über die Homepage gehen vielleicht 1% der Umsätze, aber:
Nur 1% der Internet-Anbieter haben eine Landing-Page!
Die Adress-Liste
Die Landing-Page ist ein Grabber (engl. Schnappen!), sie hat nur ein Ziel: Die Adresse des Besuchers zu schnappen. Deshalb gibt es auf dieser Seite nur einen Link, der stets auf die gleiche Funktion zeigt, nämlich dass der Besucher sich „endlich“ in die Liste einträgt. Nicht falsch verstehen, der Link darf ohne weiteres 3-mal auf der Seite sein, aber nur mit immer dem einen Verkaufsziel, der eMail-Liste.
Da können Sie ihn dann in aller Ruhe „behandeln“, so lange, bis er kauft.
Amerikanische Marketers (wo sonst) witzeln, wenn sie sich treffen:
Zeig mir Deine Liste!
Gemeint ist die eMail-Liste … um den Vermögensstatus des Kollegen einzuschätzen. Warum ist diese Liste so wichtig?
Weil Sie damit immer und immer wieder Geld verdienen!
Traffic versus Conversion-Rate
Geld macht zwar nicht schön – aber sexy! Sagen meist die, die es im Überfluss haben … gehören Sie auch dazu? Dann überspringen Sie dieses Kapitel einfach.
Sicher kann man nach diesem Schema vorgehen und wird damit auch zu bescheidenen Erfolgen gelangen. Doch jedem Betriebswirtschaftler wird es bei dieser Vorgehensweise den Magen umdrehen.
Man kann bei Google, zum Beispiel, Traffic einkaufen. Aber diese Kosten fallen regelmäßig an, um auf eine schlechte Site den gekauften Traffic zu lotsen. Wie viel sinnvoller wäre es da, den Traffic organisch zu erzeugen (siehe SEO-Kapitel) und so die CR (Conversion-Rate) zu erhöhen.
Wenn es Ihnen gelingt, organischen Traffic zu erzeugen und die CR zu erhöhen, dann ist das allemal die bessere Lösung. Sie wirkt dauerhaft und muss nicht ständig neu bezahlt werden, wie gekaufter Traffic.
© iMarketer